Johann Breitwieser Breitwieser-Schani

Breitwieser als Zeuge.

Die vier „schwersten“ Einbrecher Wiens.

Illustrierte Kronen-Zeitung, 20. Juli 1918, Seite 5
Transkription: Michael Strasser

Unter großem Aufgebot von Militärwache wurden gestern die vier „schwersten“ Einbrecher, die Wien besitze, Breitwieser, König (der „Einbrecher-König“), Kerschbaum und Treibel, in Ketten dem Landwehr-Divisionsgerichte vorgeführt, wo sie in einer Verhandlung gegen einen Genossen Breitwiesers, den der Mitschuld an mehreren Diebstählen und der Desertion angeklagten Franz Wessely als Zeugen auszusagen hatten. Gelegentlich der Nachforschungen nach dem durch seine Masseneinbrüche und durch seine Schießereien bekannten und gefürchteten Breitwieser fand man in der Wohnung Wesselys, den man als einen Genossen Breitwiesers eruierte, außer wertvollen Seidenstoffen, die von einem Einbruch herrührten, auch Rucksäcke mit den vorzüglichsten Einbruchswerkzeugen, die die moderne Technik hervorzubringen vermag, darunter Bohrmaschine, verschiedene „Franzosen“ (Rapidstemmeisen) u. s. w., von denen man allen Grund zu der Annahme hatte, daß sie aus dem Besitze Breitwiesers herrührten.

Bei der gestrigen Verhandlung wollte jeder der vier gefesselten Zeugen die Urheberschaft an den Einbruchsdiebstählen, an deren mehr oder weniger entfernter Mitschuld Wessely angeklagt war, auf sich nehmen; sie rivalisierten förmlich um die Täterschaft. Breitwieser gab zu, dem Wessely einen Rucksack mit Einbruchswerkzeugen übergeben zu haben, behauptete aber, daß Wessely nicht gewußt habe, daß Einbruchswerkzeuge darin sind.

Das Urteil gegen Wessely lautete auf zwei Jahre schweren Kerkers.

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