Johann Breitwieser Breitwieser-Schani

Amtliche Fahndung.

1000 Kronen Belohnung.

Das Interesssante Blatt, 11. April 1918, Seite 15
Transkription: Michael Menedetter

Die Verbrechen des berüchtigten Johann Breitwieser, der bei jeder Begegnung mit der Wache und der Militärpolizei auf seine Verfolger schießt, hat die Polizeidirektion veranlaßt, folgende Kundmachung zu veröffentlichen, Johann Breitwieser, Hilfsarbeiter, 27 Jahre alt, derzeit Landsturminfanterist, welcher beim Landwehrdivisionsgericht in Wien wegen Mordversuches, Einbruchsdiebstahls und Desertion in Untersuchung steht, ist am 24. November 1917 aus dem Garnisonsarrest entwichen, hat seither mit Komplicen eine Reihe von Kasseneinbrüchen verübt und bereits mehrmals auf behördliche Organe geschossen, um sich der Verhaftung zu entziehen. Es wird ersucht, nach Johann Breitwieser die eingehendsten Erhebungen zu pflegen, ihn zu verhaften und anher oder der nächsten Militärbehörde zu überstellen. Bei der Verhaftung wäre die größte Vorsicht geboten, da Breitwieser stets sofort schießt. Breitwieser ist ziemlich groß, mittelstark, hat schwarzbraune Haare, dunkelbraunen, englisch gestutzten Schnurrbart, trägt gewöhnlich feldgraue Uniform mit grünen Aufschlägen, kurzen Mantel oder Pelzrock und Wickelgamaschen; er könnte jedoch auch bürgerlich gekleidet sein, möglicherweise braunen Winterrock, rückwärts mit Spange, grünlichen weichen Hut und lichtbraune Gamaschen tragen. Für die Ergreifung des Johann Breitwieser oder für Anhaltspunkte, welche zu seiner Ergreifung führen, ist eine Belohnung bis zu 1000 Kronen ausgesetzt. Mitteilungen über sachdienliche Wahrnehmungen wollen auf dem kürzesten Wege dem Sicherheitsbureau der Polizeidirektion Wien gemacht werden.

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